Herzlich Willkommen auf den Seiten meines Blogs! Die detaillierte Einführung ist hier zu finden :-)

Dienstag, 4. März 2014

2.000.000.000 Liter Wasser

Ja, 2 Milliarden Liter Wasser und nein, nicht die Niederschlagsrate von Bogotá, obwohl ich mir das schon einige Male bei dem Regen hier gedacht habe.
Diese Menge an Wasser beinhaltet der Bergsee von Guatavita (Laguna de Guatavita), zu dem wir als Freiwilligentruppe eine entspannte Spazierfahrt gemacht haben. Naja ... zu entspannt wäre ja auch etwas zu langweilig :D In diesem Sinne hatten wir gleich auf der halben Hinfahrt das Problem, dass unser gemieteter Van einen steilen Sandweg nicht hinauf wollte, da der rechte Straßenrand etwas weich war (vielleicht ja vom vielen Regen ;)). Dazu ist der Van mit jedem neuen Anlauf, den unser Fahrer nehmen musste, weiter zurückgerollt. Die Einwohner hier sind aber sehr hilfsbereit und haben uns nach weiteren gemeinsamen Versuchen den Tipp gegeben, doch mal das Gewicht des Vans zu verlagern. Alle also auf die rechte Seite, neuer Anlauf ... und die Physik hat uns mit der Weiterfahrt belohnt! :)

Kurz vor 11 sind wir angekommen, sprich genau rechtzeitig zur Führung. Führung? Ich dachte, man kann einfach zum Bergsee spazieren, sich hinlegen, die Sonne genießen und dann baden gehen :O Nein, bei dem Naturreservat wird man mit einer Führung hineinbegleitet, man bekommt einiges an Input über Guatavita und dann geht man zum Ausgang. Und zu allererst zahlt man Eintritt! Ohne Witz: Ich habe wirklich Badehose, Badelatschen und Strandtuch mitgeschleppt :D Man hört bei Guatavita ja auch ständig von Tauchern, die in dem See nach Gold suchen. Übrigens hat man bei den ganzen Teilleerungen des Sees (vor allem 16. und 19. Jahrhundert) sogar wirklich Gold der Ur-Völker gefunden, nur halt nicht so viel. Und seit Kolumbien Guatavita als Naturreservat erklärt hat, sind auch keine Leerungen des Sees mehr erlaubt. Es bleibt also bei den 2 Milliarden Litern ;) Tja, trotz der leicht verschiedenen Erwartungen von der Laguna de Guatavita hatten wir wie immer sehr viel Spaß in der Gruppe.

Auf dem Rückweg haben wir dann noch bei einem Restaurant angehalten, da "uns Deutschen" auf dem Hinweg was ins Auge gefallen ist. Die Deutschland-Flagge, Hamburg-Flagge und HSV-Flagge gehisst! Der Besitzer des Restaurants stand sowieso schon draußen, als ich ausgestiegen bin und ihm mit einem "Moin Moin!" die Hand reichte :D Er hat eine Zeit lang (gesamte Schulzeit, glaube ich) in Hamburg gelebt und dann entschieden, wieder nach Kolumbien zu gehen. Die Welt ist soooo klein, Hamburger mitten in der Landschaft, über 9000 Kilometer entfernt von zuhause.

Nun denn, mit einem Riesen-Hunger kamen wir im Dorf Guatavita an, welches wirklich sehr schön gestaltet ist. Die Wege und Plätze laden automatisch zum Rundgang ein, also ein Halt lohnt sich dort auf jeden Fall. Und falls ich irgendwann wieder dort bin, werde ich mit großer Sicherheit wieder versuchen, eine so fantastische Oblate mit Arequipe und Kuvertüre vom Schoki-Brunnen zu bekommen! (Notiz an mein Gedächtnis #2 ;)) Damit ging der schöne Sonntag zu Ende und der Start in die zweite Woche des Projekts war angesagt.

Aus unerklärlichen Gründen (:-P) wollte ich an diesem Montagmorgen einfach nicht aufstehen. Das hat sich dann letztendlich soweit hinausgezögert, dass ich theoretisch 20 Minuten zu spät gekommen bin. Praktisch hatten wir im Projekt gar keine Uhrzeit abgemacht, praktisch ist das mit dem Transmilenio so, dass man für die gleiche Strecke entweder 20 oder 50 Minuten braucht, praktisch gesehen ist alles locker :) Der heutige Tag war hauptsächlich mit der Herausforderung geknüpft, die Bordüre einer Pinnwand umzugestalten. Dabei konnte ich die Materialien verwenden, die für die alte Bordüre verwendet wurden: Lange (teils kaputte) Moosgummistreifen. Naja, ich habe planlos angefangen, aus den Streifen Dreiecke daraus zu schneiden, habe die Pinnwand sauber gemacht und die Dreiecke aufgeklebt. Leider haben wir keinen Schraubenzieher, um die Pinnwand abzumontieren und vor den spielenden Kindern in Sicherheit zu bringen. In Ruhe konnte ich auf jeden Fall nicht arbeiten, aber ich habe es sogar am gleichen Tag geschafft :D

Zufrrieden bin ich in Begleitung einer englischen Studentin, die da auch freiwillig arbeitet, nach Hause gefahren. Der Tag hat nun seinen krönenden Abschluss, ich habe Brot, Schinken, Käse und Mozzarella eingekauft ..... und den Sandwichmaker eingeweiht. :D
Jetzt frage ich mich nur, wo der Rest meiner Familie bleibt. Es ist schon nach 23 Uhr und es ist noch niemand zuhause :S
Mit Chance gibt es den nächsten Bericht am Wochenende, mit Sicherheit aber nicht vorher! :P

Gute Nacht
Schwerer Weg auf 3100 Metern Höhe, teilweise
mit 45 Grad Steigung

Laguna de Guatavita (Foto von Daria)

Auch mein Hut hat es geschafft ;)
Irgendwo auf dem Lande in Kolumbien - eine HSV-Flagge :D
(Foto von Daria)
Und von dort auf meine Arequipe-Oblate :))




Ein Großteil des Arbeitstages ging für eine Pinnwand dahin,
leider habe ich kein Vorher-Bild, das hätte euch umso mehr ins Staunen versetzt ;)

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Traut Euch: Hier ist der Platz für Lob, Kritik und Fragen! :)