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Montag, 21. April 2014

Villeta

Freitag, 5:30 Uhr: Um diese Uhrzeit klingelt mein Wecker, um mich für die Arbeit aus dem Bett zu holen - unter anderem ^^ Doch den Donnerstag und Freitag haben wir ja wegen Ostern frei bekommen. Warum also war ich um diese Uhrzeit wach? Ich wusste es in diesem Moment selbst noch nicht ganz...



Ich führe mit meinem kleinen Notizblock, das ich so gut wie immer dabei habe, eine Liste mit Orten die ich besuchen möchte. Da sind viele interessante Dinge in Bogotá, die es noch zu besuchen gilt - aber auch außerhalb Bogotás gibt es mehr zu entdecken als man denkt. Mit einigen wenigen Freiwilligen, die noch nicht verreist sind, habe ich darüber gesprochen und mir von den Kolumbianern hier ein wenig beraten lassen. So hatten wir Donnerstag eine Vorstellung von sehenwerten Orten, aber sind letztlich zu spät aufgestanden. Derweil habe ich mich immerhin von einigen Busgesellschaften schlau gemacht, die uns an diese Orte bringen kann. Dort fängt das Chaos an, einige telefonisch nicht erreichbar, einige sagen "Wenn du Glück hast..." und (auch nicht schlecht) "Wir wissen nur über Hinfahrt-Busse Bescheid" :D Wir haben den Tipp bekommen, an einer Transmilenio-Station unser Glück zu versuchen und dort haben wir (Lorenzo, meine britische Kollegin Megan und ich) uns um halb 8 dann verabredet.

Klar, wir befinden uns in der Osterzeit, die so ziemlich beliebteste Saison hier zum Verreisen und das Geld den Reisezentren nur so zuzuwerfen. Nimmst die 3 Tage frei - hast 9 Tage Urlaub. Naja, lange mussten wir nicht warten, da kam ein Bus mit den Zielen La Vega und vielen anderen ... unter anderem Villeta, das gut 90 Kilometer außerhalb Bogotás liegt. Wie viel kostets? 12.000 Pesos, sprich ca. 4,30 €. Nehmen wir :D Und wir haben sogar einen Sitzplatz für die 2 Stunden Fahrt. Wie fast alle Ziele außerhalb Bogotás, geht es auch nach Villeta fast immer abwärts. Auf 1200 Metern Höhe liegt das 20.000-Seelen-Dorf ;) Und damit ist hier auch mit Durchschnittstemperaturen um die 26°C zu rechnen - perfekt.
Ihr habt es vielleicht schon in einem anderen Blog gelesen, wie genial das hier ist: Bogotá hat mehr oder weniger gemäßigte Temperaturen, doch mehr als 50 Kilometer die Berge runterfahren bringt Einen in die Hitze - und wie ihr seht zum Spottpreis :)

Da wir uns schon im Vorhinein über die Orte informiert haben, hatten wir schon eine ungefähre Vorstellung von den Orten die wir besuchen wollen. Nach einer kurzen Erfrischung im Zentrum machten wir uns auf den Weg zu Los Saltos de Los Micos (Die Sprünge der Affen). So wird dort eine Reihe von Wasserfällen bezeichnet, die quasi direkt hinter dem Stadtrand liegt. Am Wasser entlang führte der Weg (nicht immer einfach & nicht immer trocken) immer weiter nach oben, bis zum vorletzten Wasserfall der Reihe, wo man dann auch baden kann. Das Wasser war "erfrischend" kalt, doch wir haben die sonnige Zeit dort genossen. (Die Kälte der Nordsee bleibt damit übrigens noch unüberboten ;) ) Wenn man am Wasserfall hochklettert, gelangt man zum letzten Wasserfall und muss auf dem Rückweg dann runterspringen! Interessanter Weg hin oder her, aber so weit wollten wir dann auch nicht gehen, zu mal das Warnschild (Ich zitiere ein Teil: "... und einige haben die Warnungen ignoriert und mussten mit ihrem Leben bezahlen.") bestimmt nicht ohne Grund da aufgestellt wurde ;)

Unter Beobachtung...

Und es gibt sie doch (ganz neu): Autobahn! :)
Offizielle Höchstgeschwindigkeit zwischen 40 und 60 km/h ^^

Straße im Zentrum von Villeta

Der Weg zu den Wasserfällen außerhalb Villetas...

...mit einigen Tücken
Willkommensschild mit Hinweisen

Eine wacklige Hängebrüke
Das besagte Warnschild
Der vorletzte Wasserfall beim Salto de Los Micos
Die Bewohner hier haben schon Hilfsmittel bereitgestellt, dennoch riskanter Weg

In die andere Richtung: Blick nach unten am Wasserfall
(Und NEIN, ich war nicht so nah am Abgrund, ich habe den Zoom benutzt)

Ein Selfie auf dem Rückweg :)

In 3 Stunden Schmetterlinge in gefühlten 10 verschiedenen Farben gesehen

Das ... war mal ein Klo :D

Soviel zum Hin- und Rückweg zu den cascadas (Wasserfällen). Eine weitere interessante Seite von Villeta ist die Agrarwirtschaft. Das kleine Städtchen ist nämlich berühmt für die Produktion von panela. Uff, noch so ein schwieriges Wort. Panela spielt in den lateinamerikanischen Ländern eine fundierte Rolle für Speisen und Getränke und wird aus dem uns bekannten Zuckerrohr hergestellt. Bei der entscheidenden Verarbeitung in Fincas wird der gewonnene Zuckerrohrsaft bei hohen Temperaturen gekocht, dann in Quaderformen gegossen und getrocknet. Produkt: Panela. Genau so eine Finca, wo die ganzen Prozesse durchlaufen werden, wollten wir besuchen und sind durch die Stadt geirrt, um eine geeignete Person zu fragen. Bei einer privaten Finca, die wir gefunden haben, wird zwar keine panela hergestellt, aber der Besitzer hat uns versichert, dass die Bauern an den Osterfeiertagen - besonders an Karfreitag - nicht arbeiten würden. Ein Telefonat mit der Finca "Chitavinda" hat das bestätigt. Schade, aber vielleicht werde ich Villeta dann ein andermal besuchen. 

Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall, da Villeta an sich auch eine schöne Stadt ist. Ein leichtes Auf und Ab in den Straßen, bunte Häuser und ein schönes Zentrum, wo scheinbar viel los ist. Und gutes Essen haben wir auch gefunden. Ich habe richtig lecker frittierten Fisch gegessen :) Danach haben wir einige Spaziergänge durch die Stadt gemacht und sind an eine der beiden Flüsse gekommen, die durch Villeta fließen. In einem Park haben wir dann die restliche Zeit unter den Palmen verbummelt. Denn wir konnten nicht wie auf den Hinweg einfach einsteigen und später bezahlen - wir mussten 2 Stunden warten. Aber das war in dieser Stadt kein Problem. Somit haben wir abends noch den Kreuzweg als wichtiges Ereignis miterlebt. Und vor allem die Leute. Sehr nett und offen. Ich bin im Restaurant und im Kiosk am Busterminal in zwei längeren Gesprächen gewesen und habe mir die Geschichten der Leute angehört. "Ein Tourist, der auch gibt" habe ich einmal gehört, als wir von unseren Projekten in Bogotá erzählt haben :) Allein die Leute sind es wert, mal raus aus Bogotá zu kommen, in die Dörfer, in denen angeblich nichts los ist.
Schlussstrich: Der halb-spontane Ausflug hat sich zu 100% gelohnt! :)


Marktplatz in Villeta.
Hmmm wenn man auch Düfte in Blogs implementieren könnte ... ;)

Hätten wir gerne live gesehen: Vom Zuckerrohr zur panela.

Mein Mittagessen!

Flussverlauf Rio Villeta

Eine Limette in Mandarinenfarben (links) und panela

3 Palmen für 3 Freiwillige on Tour :)

Der Kreuzweg in Villeta

Halt! Es geht noch weiter! Das Thema Villeta ist abgeschlossen , werde aber noch schnell von meinem Sonntag berichten :) Langsam müsste ja schon bekannt sein, was der Sonntag bedeutet: Fahrradfahren. Auf der .... wie heißen die gleich?

Richtig, cicloruta. Die extra angelegten Fahrradstraßen, vom Autoverkehr getrennt verlaufend. Und heute habe ich wieder eine schöne neue Trasse entdeckt, die Avenida Calle 53 (Ihr könnt mit solchen Daten wenig anfangen, aber der Blog ist ja schließlich nicht "nur" für Euch ;)) Auf dem heutigen Fahrplan stand: Parque Metropolitano Simón Bolívar. Wenn ich mich nicht irre, der größte Park, der in Bogotá zu finden ist. Vielleicht erinnert Ihr euch an jenen Tag, an dem ich planlos im Park spazieren gewesen bin, weil sich niemand für das Hallenbad gefunden hat (Hier »). Tja dort halt. Mit dem Plan, um 10 Uhr morgens dort zu sein, war ich knapp eine halbe Stunde zu spät. Aber kein Problem, Mirjam kam noch später als ich (gegen 12) und Daria noch viel später ;P Wir haben unseren spontanen Picknick-Tag unter der ab und zu vorbeischauenden Sonne genossen und sind anschließend zu Lorenzo gefahren, der bei sich zuhause leckeren Tiramisu vorbereitet hat. Natürlich konnten wir uns den nicht entgehen lassen, sodass ich hingeradelt bin während die Mädels sich auf den Weg zur Transmilenio-Station machten. Nach gut 40 Minuten kam ich an und war damit schneller als das Transmilenio :D Daria kam etwas später an und Mirjam .... joa die kam irgendwie garnicht ;) Bei Lorenzo zuhause war auch Antonio (der andere italienische Freiwillige) und zu viert haben wir dann leckeren Tiramisu geschlemmt :)

Leider musste ich zeitig weiterfahren, um nicht in kompletter Dunkelheit Fahrradfahren zu müssen. Bei der Familie angekommen, haben wir uns weiterhin schön unterhalten und Pläne für ein gemeinsames Wochenende geschmiedet, das ich schon mit Vorfreude erwarte ;) Wir haben noch längere Zeit gesprochen, sodass ich schlussendlich gegen 21 Uhr hier (komplett erschöpft) angekommen bin. Erschöpft, aber glücklich. 

Morgen haben wir keinen Feiertag, sodass ich nicht ausschlafen kann. Hinzu kommt, dass es ein Sonder-Projekt für einen Englischkurs zu vorbereiten gilt. Ooooh und es kommen noch weitere spannende Projekte. Ich würde am liebsten alles runterprasseln und erzählen, aber das würde gegen meinen Schreibstil sprechen, in dem ich Euch gerne ein paar Tage/Wochen/Monate warten lasse, haha (:

Aber besser ich erzähle es irgendwann, als nie ;) Also, bis zum nächsten Eintrag, schönen Ostermontag Euch allen!


Panorama auf den Parksee

Es gibt wohl keine Ecke in Bogotá in der man hungrig ist, wenn man Geld hat.
Brücke zu einer geheimnisvollen Insel :O

Die Sonne ist da! :)


Ich mag doch Tiramisu - richtigen Tiramisu ;)

Mittlerweile bekannt: Ausschnitt aus Google Maps
- Aufnahmedatum: 20. April 2014 -

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