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Freitag, 3. Oktober 2014

Die 11 Weißheiten zum TransMilenio

      Transmilenio. Ich habe schon viel von diesem "Öffentlichem Massentransportsystem" gesprochen, in den Blog-Artikeln anderer Freiwilliger findet Ihr weiteres Material dazu. Ich dachte mir mal für alle Leser und vielleicht für die nächsten Bogotá-Besucher, eine Stichpunkt-Liste zum Thema TransMilenio zu machen. Einmal so wichtige Punkte. Es gibt mit Sicherheit viele weitere Ergänzungspunkte, aber es soll ja nicht unübersichtlich werden ;) Ihr könnt ja ein paar Dinge in den Kommentaren ergänzen, die euch wichtig erscheinen.

Sparta bringt's auf den Punkt. Transmilenio ist fast täglich gut gefüllt.
Quelle: http://img.desmotivaciones.es/201201/Transmilenio.jpg
Tu vida vale más - Dein Leben ist wertvoller
  1. Zugang: Transmilenio-Stationen sind Inselns, die über Brücken oder Ampelkreuzungen zu erreichen sind. Eine große Säule weißt darauf hin. Alle Transmilenio-Stationen sind barrierefrei. Da können sich so einige Städte ein Beispiel dran nehmen ..... und damit hätten wir auch das einzig Musterhafte. Nicht barrierefrei ist der Zugang für Schwarzfahrer, die über die Glastüren der hochgelegten Stationen reinkommen.
  2. Fahrkarte: Eine Plastikkarte, die mit einem bestimmten Betrag aufgeladen wird, um den Fahrpreis an einer Zugangsschranke elektronisch abbuchen zu lassen.
  3. Fahrpreis: Rund 55 Cent, rund 66 Cent in der sogenannten Hauptverkehrszeit. Die heißt so, weil ich hauptsächlich dieses Verkehrsmittel zu dieser Zeit benutze.
  4. Wirr-Warr: H13, J95, A15, K10, B74, L18, G32, F1, .... wenn du herausfindest, welcher Bus dich weiterbringt, weißt du nie wann/ob dieser auch kommt.
  5. Umwelt: Kein Bus (außer der Hybrid-Bus) würde hier eine grüne Umweltplakette bekommen, das fängt schon mit dem fehlenden Rußpartikelfilter der Dieselschlucker an. Ich zweifle bei einigen Bussen auch daran, dass diese überhaupt eine TÜV-Zulassung bekommen  würden.
  6. Einstieg: Kommt der gewünschte Bus, kann es sein, dass du aufgrund der enthaltenen Menschenmenge nicht einsteigen kannst. Also: Warten oder kräftig schieben. Das passiert auch beim ersten Halt des gestarteten Busses. Die "Übergewicht"-Lampe leuchtet übrigens nur auf, wenn sie defekt ist.
  7. Sitzplatz: Selbstredend ist deine Sitzplatzgarantie verschwindend gering. Falss doch einer frei ist, schnell schnell daraufstürzen, bevor es ein anderer tut. Selbstverständlich hast du dir aber einen blauen Sitzplatz ergattert, der für bestimmte Personen (ältere Menschen, Frauen mit Kindern, Egoisten, Schwangere, Behinderte) reserviert ist. Dein Platz ist genauso schnell weg wie gewonnen.
  8. Frei werdender Platz: Für den Fall, dass doch der passende (rote) Sitz frei wird, ebenfalls schnell hin, ehe er dir geklaut wird! Aber STOP, nicht hinsetzen!! Der Sitz muss doch erst von der Körperwärme des Vorbenutzers abkühlen, ehe du dich hinsetzen kannst.
  9. Fahrt genießen: Lieben wir nicht alle überraschende Achterbahnfahrten? Rasante Kurvenwechsel, Schlaglöcher oder plötzliches Bremsen. Alles möglich. Wenn du keinen Sitzplatz hast - und nicht zwischen sechs Achseln eingequetscht bist - musst du dich irgendwo festhalten (und sei an der Schutzabdeckung der Notfallöffnung), um nicht zum UFFO (Unbekanntes, frei fliegendes Objekt) zu werden.
  10. Fahrt nicht genießen: Bei vielen Menschen wird auch mal die Luft im Bus knapp. Schlimmer: Bei Regen werden nämlich die Fenster geschlossen gehalten. Besser in Ohnmacht fallen, aber blooooooß nicht nass werden, du musst doch an deine Frisur denken :(
  11. Ausstieg: Übrigens halten nicht alle Busse an allen Stationen. Genau genommen hält kaum ein Bus an allen Stationen. Umso wichtiger, den Ausstieg aus einem vollen Bus gut vorzubereiten. Gelegentlich werden Stationen falsch oder garnicht angezeigt, normalerweise aber immer die nächsten zwei. Die "Erst aussteigen lassen"-Regel hat in vollen Bussen kaum Bedeutung. Das gilt auch an vollen Stationen, die du (zumindest als Normalbenutzer) über freie Zugangsschranken wieder verlässt.

Übrigens: Man munkelt in einigen Statistiken, dass gut 2,5 Millionen (natürlich ohne den ganzen Schwarzfahrern) täglich Transmilenio nutzen. Das entspricht 25-31% der Einwohner, je nach dem wie viele Einwohner Bogotá eigentlich hat :D Auf jeden Fall ist dies ein geringer Teil. Wie ich es aus europäischen Städten kenne, wird dort zur Benutzung des OPNV aufgerufen, um den Verkehrbzw. die Umwelt zu entlasten. Das wäre in Bogotá (und in jeder Stadt!!) eine wichtige Maßnahme, allerdings ist dieses Transportsystem SO überlastet, es können einfach kaum weitere Menschen zur gleichen Zeit zum TransMilenio greifen. Nun lese ich seit letzter Woche, dass 185 neue Busse gekauft wurden........wow. Wir sind jetzt schon an dem Punkt, wo morgens und abends die Busse im Stau stehen, wozu den Stau nun noch verlängern??

An diesen Endstationen (Portal) enden und starten Busse. Soviel zu Punkt 6.
Quelle http://static.iris.net.co/semana/upload/images/2014/3/8/379929_143316_1.jpg


Meine Station "Pepe Sierra", wenn ich von der Arbeit komme. Soviel zu Punkt 11.

Ein kleiner Fehler im System hat große Auswirkungen auf den nachfolgenden Verkehr.
(Stau-Prinzip funktioniert hier 1A)

Die Lösung liegt meiner Meinung nach nicht mehr auf der Straße, mehr auf der Schiene. Zum Beispiel in der U-Bahn, die seit über einem halben Jahrhundert geplant, diskutiert ...... vielleicht irgendwann auch mal gebaut wird?
Ich bevorzuge mittlerweile (aber auch nur tagsüber) das Fahrrad, da funktioniert auch die "Ich brauche soviel Zeit dahin"-Planung besser.

Abgesehen von dem ganzen Metro-Gerede werden auch andere Pläne konstruiert, um in Bogotá und Umland die Mobilität zu verbessern, ist immerhin auch ein Faktor von Lebensqualität :) Habe die Versionen hier leider nur auf Spanisch.

  Seilbahn: http://www.sitp.gov.co/publicaciones/proyecto_cable_de_bogota_pub

      So soll es sein! Weg von der Straße und zu Alternativen greifen. Hoffentlich werden diese Pläne weiter konkretisiert ... und verwirklicht.


      Für das Wochenende steht der 8-Monats-Bericht an, ich hoffe ihr habt ein wenig Spanisch geübt ;) 

      Liebe Grüße

      Daniel

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