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Donnerstag, 6. November 2014

Der Lockruf des Amazonas



Zu vielen Orten, von denen wir hören, haben wir Assoziationen. Auch Emotionen. Wir Freiwillige kennen das wohl zuuuuu gut, wenn wir aufgeregt davon berichten, dass es für ein (halbes) Jahr nach Kolecuaghanindienwasauchimmer Rica geht. Besonders dann, wenn es weit weg ist. So weit weg wie der Amazonas, der von Bogotá aus in 2 Stunden zu erreichen ist. Amazonas. Das klingt so verrückt, dass Daria (ebenfalls deutsche Freiwillige) und ich wirklich ein Ticket zum Amazonas ergattert haben. Es schossen sicherlich mehr Gedanken als "Vergiss die Sonnencreme nicht" durch den Kopf.... Der Abreisetag rückte immer näher und auch am Tag der Abreise konnte mein Kopf nicht den Mund halten :D Es klingt einfach abgefahren!! Jetzt im Ernst, es geht in den Amazonas?! Es ist einfach unfassbar, wir haben die Reise wirklich gemacht und sind mit ordentlich Erfahrungen zurückgekehrt. Aber seht selbst! :)



Angekommen in der kolumbianischen Amazonasstadt Leticia, mussten wir zunächst einmal eine Kultursteuer in Höhe von 20.000 Pesos (ca. 7 Euro) zahlen. Erneut sind wir erstaunt, was die Regierung - meiner Meinung nach - "erfindet", um uns zur Kasse zu beten. Wenn ihr einige Stunden investieren könnt, kann Daria Euch davon sicherlich mehr erzählen :D :D
Also, die Dämmerung hatte schon begonnen, doch fasziniert von den vielen Geräuschen, haben wir auf das Taxi verzichtet und haben unser Gepäck die 20 Minuten ins Zentrum zu Fuß geschleppt. Ja, wir haben uns einige Gedanken zu Unterkunftsmöglichkeiten gemacht, dennoch haben wir nochmal suchen müssen und sind schließlich zum Hostal Kurupira gekommen. Den Preis nochmal runtergehandelt, und der erste Abend war gesichert ;)

Selfie Tag 1 :)

Kleiner Flughafen und weit und breit keine Häuser

Abendessen, klassisch wie ich es auch aus Bogotá kenne

Hostel Kurupira


Aufwachen in Leticia (Kolumbien)

Ihr werdet auch an den Fotos sehen, viel Regenwald ist nicht zu sehen. Er ist mehr zu hören, manachmal an der schwer-feuchten Atemluft zu spüren. Nichtsdestotrotz zum Genießen :) Es ging früh zum Hafen, um ein Boot nach Puerto Nariño zu nehmen, ca. 90km den Amazonas flussaufwärts. Da wir viel Zeit hatten, habe ich mich mit der Verkäuferin meines Frühstücks unterhalten, um auch zu erfahren, was man am Amazonas so besuchen kann. Es war auch interessant, weil Esmeralda von einer Familie eines indigenen Volkes stammt .... ich wusste zu dem Zeitpunkt auch noch nicht, dass ich viele solcher Menschen kennenlernen würde :D
Erste Amazonasfahrt, GO! In Puerto Nariño suchten wir vergebens nach einem gewissen David, ein Kontakt unserer Organisation ICYE, der dort lebt und uns Unterkunft geben kann. Ich hatte schon Tage vorher mit ihm telefoniert, aber ständig war die Verbindung abgebrochen. Hilflos irrten wir durch das autofreie Dorf, bis wir den vermeintlichen David trafen, der aber Pedro heißt.
Okay, einmal zur Erklärung: Ich hatte den Kontakt von David und von Pedro in meinem Handy gespeichert. So menschlich wie ich bin (haha), habe ich die beiden Nummern vertauscht und durchgängig mit David telefoniert, der allerdings in Cali wohnt und nicht im Amazonas :D Verwirrung vorprogrammiert, zumal wir im Dorf mehrmals nach einem David gefragt haben hahahaha haha "ha". Und dieser wahrscheinlich völlig genervt, weil ich ihn so oft bezüglich Amazonas gefragt habe, sodass er einfach auflegt (=Verbindung abgebrochen) xD Damit nicht genug, denn ...
... Pedro wusste somit ja auch nicht, dass wir kommen würden :P Zum Glück ist da alles glatt gelaufen und wir konnten es uns bei ihm gemütlich machen. Erstmal was essen, sich in der Gegend umsehen, das Nachbardorf besuchen und der Tag war schon vorbei. Unsere finanziellen Mittel übrigens auch.

Gepäck tragen :S


Hafen von Leticia
Selfie Tag 2 :)

Auf der Suche nach einem David und hungrig. Zum Glück hat Esmeralda uns eine
Ananas geschenkt und in Puerto Nariño hat mir jemand sein Messer geliehen :)

Glücklicherweise getroffen: Pedro (David) :D






Nach 2 Minuten Basketball spielen :)

Nach 20 Minuten Basketball spielen :D


2. Aufwachen in einer Hängematte in Puerto Nariño (Kolumbien)

Und keine Rückenschmerzen ;) Puerto Nariño hat keinen Geldautomaten, keine Bank und unsere Pesos reichten nicht mehr, um nach Leticia zurückzufahren. Keine bessere Gelegenheit, um Esmeraldas Empfehlung zu folgen und das günstigere Boot nach Caballococha zu nehmen. Und schwuppdiwupp waren wir in Peru! Der andere sprachliche Akzent ist deutlich, Flaggen in den Farben rot-weiß-rot und es wird in Soles gezahlt. Und günstig! UND die haben dort einen Geldautomaten! :D
Also schön im Hotel eingecheckt, das Nachbardorf Cuchillococha kennengelernt und den Abend genossen :)

"Hafen" von Puerto Nariño

Erster Blick auf Caballococha - Perú
Wassermelonen-Selfie :D
Ankunft in Cuchillococha in sogenannten motocarros, sowas wie
eine motorisierte Rikscha :P

See von Cuchillococha

:D

Selfie Tag 3 :)
Okay, jetzt kommt eine Reihe von Fotos, wo Daria ein Panoramabild vom Himmel machen wollte :D :D Genießt den schönen Himmel ;D







Die Bewohner von Cuchillococha seeehr neugierig, es kommen wohl
nicht viele Touristen hier vorbei.

Die haben im Amazonas einen besseren Satellitenempfang als wir zuhause in Deutschland :D
Zurück in Caballococha und erstmal ein peruanisches Bierchen :)
Tacú Tacú

Tallarín verde



3. Aufwachen in Caballococha (Perú)

Die Entscheidung war schon eindeutig: Wir nehmen das Boot gut 7 Stunden später, um noch ein wenig Caballococha zu sehen und den sonnigen Aufenthalt zu genießen. Mit einigen Souvenirs nahmen wir dann am frühen Nachmittag das Boot zurück nach Puerto Nariño. Dort haben wir unsere frischen Soles in Pesos getauscht und haben einen entspannten Tag in der Hängematte verbracht - es war auch ziemlich warm. Als die Sonne verschwand machten wir uns auf den Weg in die City, Billard spielen und ein paar Bierchen trinken. Bei der Gelegenheit haben wir auch einen speziellen Baumschnaps kennengelernt, welches das Dorf dort selber macht und Chuchuwaza nennt. Chuchuwaza - herrlich, ist wirklich nicht schlecht ^^ Wir haben uns prächtig amüsiert :D


Frühstück auf dem Markt suchen und etwas wie Schmalzgebäck gefunden!! :D


Frühstück auf dem Markt suchen und Frühstück auf dem Markt gefunden ;)

Fischmarkt Caballococha und ohne Marktschreier ;)


Plaza principal, Hauptplatz

Selfie Tag 4 :)
Kurz bevor ich kalt gemacht werde :P
Weeeeeeh :D

Interessant: Chuchuwaza

4. Aufwachen in der eigenen Hängematte in Puerto Nariño (Kolumbien)

Und eher Kopf- als Rückenschmerzen ;D Von der anschließenden Bootsfahrt gibt es aufgrund des Schlafmangels auch nicht viel zu berichten. Pedro hatte für uns eine Tour organisiert, um Affen und Delfine (Ja DELFINE, und auch ROSANE :D ) zu besuchen, um ein indigenes Dorf zu besuchen und um auch mal wirklich im Amazonas zu schwimmen. Die Affen zu sehen war ein besonderes Highlight, energiegeladene Tierchen mit menschenähnlichen Händchen. Aber vor allem energiegeladen :D

Vom indigenen Dorf war ich etwas enttäuscht, da das Dorf schon stark auf den Tourismus aufgerichtet ist, aber das ist mit den meisten Gegenden so. Überteuerter Kiosk, viele Souvenirstände und gegen Geldzahlung tanzen einige Bewohnerinnen typische Volkstänze. Da hat die Tour mit den Delfinen und das "offizielle" Amazonasschwimmen mich doch eher wieder aufgemuntert. :)
Leicht erschöpft und mit "Sonnenbrand" (ich sag ja, bei mir tut nichts weh, ich werde nur brauner ;) ) ging es in unseren letzten Abend in Puerto Nariño. Das Geld wurde ebenfalls knapp, außerdem war in der Dorfdisko kaum was los.... Also ab in die Hängematte und schlafen!


Etwas schläfrig ^^


Selfie Tag 5 :)

Wer kommt denn da angekrochen? :)






Affenalarm :D


Mein Selfie mit einem Affen ;)

Maloka sind Märtke mit Handwerklichem
Macedonia, kleines indigenes Amazonas-Dorf

In der Trockenzeit ist der Wasserspiegel so niedrig, dass wie
hier große Sandbänke entstehen.

Im Amazonas :)
Spaß beim Tanzen :)

Hängematten! Die vorderste ist meine eigene Hängematte :')


5. Aufwachen in meiner Hängematte in Puerto Nariño (Kolumbien)

Und keine Schmerzen. Und kein Geld :D Denn wir haben Pedro bereits das Geld gegeben, damit er die Tickets organisieren konnte während wir auf der gestrigen Tour waren. Früh ging es mit den letzten 200 Pesos (ca. 8 Cent xD ) zurück nach Leticia - Geld abheben - und gleich weiter auf die peruanische Insel Santa Rosa, um unseren Pass stempeln zu lassen. Aber da der Ausreisestempel aus Kolumbien noch von unserem Ankunftstag im Amazonas war, konnten die uns natürlich keinen Stempel geben. Man hat nur 1 Tag für den neuen Einreisestempel.
Ich weiß auch nicht, warum ich nicht daran gedacht habe, aber wir wussten ja auch nicht, dass es in Caballococha keine Behörde zum Stempeln gibt. Nun gibts bestimmt Ärger, weil wir zur kolumbianischen Behörde im Flughafen müssen, einen Einreisestempel holen. Und erst am nächsten Tag kriegen wir einen neuen Ausreisestempel - erneut im Flughafen. Ein ganz schönes hin und her mit verrückter Lösung. Da es sogar noch günstiger war, als ein Fahrrad zu mieten, habe ich einfach mal einen Roller gemietet :D :D Mit kurzer Einweisung, wie ich so ein Ding eigentlich fahren muss und dann ging es los ^^
Ist eigentlich auch ganz einfach ... und somit haben wir indigene Dörfer besucht, einen Nebenfluss des Amazonas kennengelernt und die Flughafentouren erledigt. Am Abend haben wir noch eine peruanische Gruppe kennengelernt, die uns später noch zu einem peruanischen Mittagessen am nächsten Tag eingeladen haben - echt super (: Und ich muss immernoch über diese spontane Motorroller-Geschichte lachen, wir haben uns gut Fahrtkosten gespart - und mit ein wenig verhandeln musste ich für den nächsten Tag nicht draufzahlen :D

Und noch einmal: PERU! :D



Auf Santa Rosa, Perú gibts ein Restaurant "El Paisa" .. genau wie in Hamburg ;)

Mittagshitze :S

 
Roller gemietet und zum Flughafen gefahren :D
Hab mich mit damit angefreundet :)
Tour zu vielen Dörfern und ...
... einem Nebendfluss ...

... des Amazonas und mit ...

... einem schwimmenden Generator, der Energie umwandelt :)

Festzüge zu Halloween


Rumpeln gehen ist eher wie ein Straßenfest :P



Leticia war anfangs nicht Teil Kolumbiens und wurde in einem Krieg erkämpft.
Einige Denkmäler erinnern daran.

Selfie mit Peruanern, die wir getroffen haben und die uns für morgen eingeladen haben :)

Regen und wie!
Nicht zu vergessen: Selfie Tag 6 :)



6. Aufwachen in Leticia (Kolumbien)

Okay. Frühstücken und Roller abholen. Auf zum Flughafen und Ausreise stempeln lassen. Dann fuhren wir direkt zum dritten Nachbarland Kolumbiens ...... Brasilien! :D Die Nachbarstadt Tabatinga liegt auf dem gleichen Ufer und man kann einfach reinfahren. Mit dem Roller ging es also auf die brasilianische Seite, um sich den Einreisestempel zu holen. Tabatinga ist um einiges größer als Leticia, alles auf portugiesisch und bezahlt wird in Reais (1 Real) ... und ebenfalls günstiger als Kolumbien ;)

Nun ging es aber erstmal an die Grenze und rüber, um den Roller abzugeben und um zur Einladung der peruanischen Familie zu kommen. Das Essen wirklich sehr lecker! Habe leider kein Foto gemacht :S Aber glaubt mir, es war lecker :D

Von dort ging es wieder nach Brasilien, der Wechsel fällt wirklich nur wegen der beiden hohen Flaggen auf und weil man kein Wort mehr versteht ^^ Den restlichen Tag verbrachten wir etwas außerhalb von Tabatinga, wo wir auf ein Tanzevent warteten, das letztendlich leider nicht statt fand :( Der letzte Abend wurde somit ein wenig planlos und ja ... ohne Plan halt. Offensichtlich ist die Party auf kolumbianischer Seite, aber da waren wir nun nicht. Na gut, schlafen gehen und gut is...

Zum Flughafen und Ausreise stempeln ;)
Mein erster kolumbianischer Grenzübergang über Land !

Lesen ok. Aber wenn die mit ihrem Amazonas-Dialekt sprechen
verstehe ich kaum was. Aber nun:

Willkommen in Brasilien!
Einreisestempel geholt und mit dem Roller die gelb-grüne Avenida
rauf und runter düsen :D

Und meine Kamera reagiert nicht mehr - geht nicht mehr an :(
1 Real ... sieht einer anderen Münze recht ähnlich ...

Gibt's in Kolumbien nicht!!! Seit über 9 Monaten wieder LANGNESE-Eis
gegessen :D :D Und Schweinegeld bezahlt!

Schöne Aussicht am Stadtrand von Tabatinga.

Zwischen einzigartig ...

... und unverständlich !

Selfie Tag 7 :)

Nochmal brasilianisches Bierchen trinken und einen netten Abend verbringen.

Viel Geld?? 69 Reales und 20.000 Pesos sind ALLES was wir
bis zu unserer Rückkehr nach Bogotá haben :D (ca. 28 Euro)



7. Aufwachen in Tabatinga (Brasilien)

Wuaaaaah der letzte Tag! Und wieder endet es fast ohne Geld :D Los geht's, um den brasilianischen Ausreisestempel zu holen. Dann den gaaaaanzen Weg zum Hafen, ein wenig was von Tabatinga sehen. Diesmal nehmen wir nicht den Landweg, sondern den Wasserweg nach Leticia zurück. Dort haben wir im Hostel Kurupira unser restliches Gepäck abgeholt, das die freundlicherweise für unseren Brasilienbesuch aufbewahrt haben. Die peruanische Familie verabschieden, durch Leticia spazieren, letzte Reais in Pesos tauschen und ein peruanisches Souvenir-Bier trinken.

Und schließlich auf zum Flughafen. Im Rückblick wissen wir, dass der Amazonas nicht einfach nur Urwald ist, von dem haben wir wahrlich am wenigsten mitbekommen. Der ist wahrscheinlich auch nicht so einfach zu erreichen. Ich packte meinen Koffer und nahm mit: Einige Souvenirs aus Peru, einige Vokabeln der indigenen Sprache "Ticuna", besondere Momente - einige von ihnen in Fotos/Videos festgehalten, neue Bekanntschaften ..... und ein "ich liebe dieses Land", was sich nur auf Kolumbien beziehen kann. Macht was ihr wollt, das wird mir nun keiner mehr schlecht reden können außer ich selbst ;)

Es war genial. Bis zum nächsten Bericht und tschüss!
(oder wie es in ticuna so schön heißt: Nuama! (Tschüss))

Mit frischem brasilianischen Ausreisestempel auf dem Weg zum Hafen.

*auf dem langen Weg zum Hafen

Selfie Tag 8 :) -
letztes Bildle aus Brasilien (ich natürlich mit Deutschlandtrikot hahaha :D)

letzte Fahrt auf dem Amazonas

Erinnerungsbild mit Esmeralda, die wir am 2. Amazonastag getroffen haben, die
uns die Ananas geschenkt hat und uns Caballococha empfohlen hat :')

An unserem letzten Tag kommen wir auch mal am Hauptplatz von Leticia vorbei :D

Sachen gepackt :) Kurze Stärkung bevor es zum Flughafen geht.

Letztes Amazonas-Selfie


Es geht zurüüüück :( :( :D

Ankunft in Bogotá

Und meine adidas-Tasche gesondert eingepackt :D
 Das war der AMAZONAS!

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